Griechischer Ouzo - 3 Empfehlungen vom Spezialisten

Ouzo Idoniko, Ouzo Barbayanni, Ouzo Babatzim Sehr beliebte Ouzos in Griechenland: Idoniko, Barbayanni Blau, Babatzim Classic

Oft werde ich von Freunden, Bekannten und Kunden gefragt, welchen Ouzo ich denn als Fachhändler so als den besten Ouzo empfehlen könnte? Meine einfache & klare Antwort: Es sollte a) kein billiger "F...l" sein und b) der Ouzo muß einem selbst schmecken! Und jeder hat bekanntlich seinen eigenen & guten Geschmack! Sicher, der Geldbeutel spielt auch eine Rolle! Man kann sich ja mal einen feinen Premium-Ouzo zum Geburtstag oder zu Weihnachten gönnen, lach...

Die geschmackliche Bandbreite bei den zahlreichen Ouzos in Griechenland (...man sagt ca. 500 ?) ist doch größer, als viele hier im Lande vermuten möchten. Man könnte meinen, ein großer Teil der Ouzo-Freunde in D hat sich auf die Ouzos eingetrunken, die sich geschmacklich doch recht ähneln. Das mag 2 Gründe haben. Im Zeitalter der Gas-Flüssigkeits-Chromatographie können große Hersteller ihren Ouzo den Trends am Markt technisch leicht anpassen und einige der bekannten & durchaus beliebten Ouzos aus den Regalen hier im Lande unterscheiden sich eigentlich nur durch die hübschen Private-Label-Etiketten des jeweiligen Händlers.

So überraschen mich geschmacklich immer wieder die kleinen Destillierkunstwerke aus den Familienbrennereien mit ihren "geheimen Familienrezepten", die zunehmend den doch mühseligen (alkoholsteuerlichen) Spirituosen-Weg von GR nach D finden. Bravo!

Das Qualität und Preis auch beim Ouzo immer eine Einheit bilden, darauf hatte ich schon in einem früheren Blog-Beitrag hingewiesen.

Der gute Ouzo hat in Deutschland noch immer mit einem kleinen Malheur zu kämpfen, das vermutlich die griechischen Gastronomen vor langer Zeit eher unbewußt mit dem Spendieren von Ouzo im Lokal in Gang setzen. Verständlich, daß man sich von den italienischen & jugoslawischen Kollegen anfangs abheben wollte und mußte, dazu kam ihre Gastfreundlichkeit & Großzügigkeit.

So wurde irgendwann in den Köpfen der Verbraucher der Ouzo zu einem „Verschenk & Umsonst-Ouzo“. Ökonomisch kann es sich jedoch auf Dauer nicht rechnen, diese ursprünglich feine Spirituose im großen Stil an die Kunden zu verschenken. Es war also eine Frage der Zeit, sich etwas einfallen zu lassen. Wie immer geht es dann zu Lasten der Qualität. Pfiffige Gastronomen streckten den „Ouzo-Umsonst“ mit Wasser, die Show mit dem Einfärben & Einfrieren des „Ouzo-Wasser-Gemisches“ entstand. Ein Nonsens, da der Geschmack des Ouzos vom Anteil seiner enthaltenen ätherischen Öle geprägt wird. Und diese sind im Eisfach geschmacklich neutralisiert.

Irgendwann hat sich die griechische Industrie diesem Massenbedarf der Gastronomie und des Handels angenommen. Die Geburtsstunde von einfachen & preiswerten Ouzos, die heute angeblich für 70-75 Cent pro 0,7 l Flasche (ohne Alkohol- und Mehrwertsteuer) nach Deutschland exportiert werden. Wieviel handverlesener Anis oder Aromaextrakte da drinstecken?? Betriebsgeheimnis!

Mir haben griechische Ouzo-Hersteller erzählt, daß die deutschen Konsumenten gar nicht mehr richtig wüßten, wie ein echter, traditioneller Ouzo überhaupt schmeckt. Das Staunen bei meinen Kunden ist somit oft groß, wenn sie einen „guten Ouzo“ für sich neu entdecken und mit preiswerter "Regalware" vergleichen.

Die Qualitäts-Bandbreite der Ouzo, die den Weg nach Deutschland finden, ist inzwischen groß. Letztendlich entscheidet halt der individuelle Ouzo-Geschmack eines jeden Konsumenten & sein Geldbeutel. Ein „kleiner & sparsamer Ouzo" mit den gesetzlich vorgeschriebenen (nur) 20 % Destillat-Anteil schmeckt manchem/r Genießer/in besser, als ein hochpreisiger Premium-Ouzo aus 100 % Destillat-Anteil und mit 42 % Vol. Frauen lieben weichere, süßere Ouzo, Männer eher die Kernigen.

Übrigens, der neuen EU-Spirituosen-Verordnung 110/2008 folgend, gehört Ouzo zur Kategorie „Destillierter Anis“ und muß mindestens 35 Prozent Vol. Alkoholgehalt besitzen. In der Praxis werden Ouzos jedoch mit 37,5/38 Prozent Vol. Alkoholgehalt abgefüllt, qualitativ höherwertige Ouzos beginnen bei 40 Pozent Vol. Die Spirituose darf sich nur Ouzo nennen, wenn diese in Griechenland oder Zypern hergestellt wurde.

Ich bin fest der Meinung, daß die Qualitäten der verwendeten Inhaltsstoffe bei der Herstellung des Ouzos sehr geschmacksbeeinflussend sind. Das beginnt mit dem benötigten Ethylalkohol landwirtschaftlichen Ursprungs, Basis des Destillates. Und den Kräutern! Ist es der gelobte Anis (Pimpinella anisum) von den ägäischen Inseln und/oder Import-Sternanis (Illicium verum) und/oder Fenchel (Foeniculum vulgare)  ...oder ein Aromaextrakt aus dem blauen Faß? Auch wichtig: Die Qualität des Wassers zum Abmischen des Destillates auf die Trinkstärke. Dazu die "geheimen Familien-Rezepte" sowie der Zustand des gesamten technischen Equipments zur Produktion.

Die technischen Anforderungen an die Herstellung von Ouzo haben sich mit der aktuellen EU-Verordnung 110/2008 gegenüber der früheren EU-Spirituosen-Verordnung 1576/89 deutlich geändert. Die diskontinuierliche Destillation in traditionellen Kupferbrennblasen (Pot Stills) mit einer Kapazität von maximal 1.000 Litern ist nicht mehr zwingend vorgeschrieben! Möglich ist nun ebenfalls das Column Still Säulensystem zur Destillation, wie es auch bei Whisky und Rum zum Einsatz kommt. Das System destilliert kontinuierlich und ist für die Massenproduktion somit wirtschaftlicher.

Interessant zum Thema Zucker im Ouzo ist auch, daß in der früheren EU-Spirituosen-Verordnung 1576/89 der zulässige Zuckeranteil im Ouzo mit weniger als 50 Gramm pro Liter angegeben wurde. In der aktuellen EU-Spirituosen-Verordnung 110/2008 wird sich dazu und zur bisherigen Farblosigkeit des Ouzo nicht mehr geäußert. Es gibt also keinen Grenzwert mehr!! Da ist es umso interessanter, daß Ouzo ohne zusätzlichen Zucker durchaus auch Ihre Fangemeinde haben, wie z.B. der Ouzo Kazanisto von Stoupakis.

Fazit: Je nach Engagement des Herstellers im Detail wird der Ouzo dadurch in Qualität, Geschmack und im Preis beeinflußt.

Schauen wir mal dagegen zum Whisky oder Gin! Was für ein Hype in den letzten Jahren! Es kann nicht teuer genug sein. Das Thema Qualität hängt ganz, ganz oben. Jeder Kunde will seinen besten Whisky oder Gin entdecken. Und er bezahlt Preise pro Flasche, wofür er mehrere Flaschen feinen Ouzo oder Tsipouro bekäme. Verrückte Welt!

Dennoch es tut sich auch beim Ouzo & Tsipouro so langsam etwas: Die Neugierde & Begeisterung der Konsumenten für hochwertigere griechische Spirituosen wächst! Die 4,4 Millionen deutsche Griechenland-Touristen pro Jahr (Stand 2018) bringen von ihren Inselurlauben gute (eigentlich bessere) Geschmackserlebnisse in Sachen Ouzo, Tsipouro & Liköre mit nach Hause. Gut auch für Griechenland, wenn dadurch mehr an qualitativ und preislich höherwertigen Produkten exportiert werden kann.

In dem Sinne: Trinken Sie nicht irgendwas! Stoßen Sie lieber mit einem Glas voll gutem Ouzo an und lassen es sich schmecken. Jamas!

Meine 3 Empfehlungen als Fachversand für Ouzo: Entdecken Sie (wer diese noch nicht kennt) den Ouzo Barbayanni Blau, den Ouzo Babatzim Classic oder den Ouzo Idoniko. Das sind 3 Premium-Ouzos mit 100 % Destillat-Anteil. Ich finde, diese Ouzos gefallen mir persönlich am besten, da sehr gehaltvoll, edel im Geschmack, wertig. JAMAS!

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Ouzo Babatzim Classic

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