Ouzo, Tsipouro und Raki – die wichtigsten Unterschiede

Ouzo, Tsipouro und kretischer Raki im Vergleich – griechische Spirituosen Unterschied zwischen Ouzo, Tsipouro und Raki

Sobald man in die Welt der griechischen Spirituosen eintaucht, stellt sich dem Interessierten oft die Frage: Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Ouzo, Tsipouro und Raki aus Kreta?

Der Unterschied zwischen Ouzo, Tsipouro und Raki liegt vor allem in der Herstellung. Ouzo wird aus Agraralkohol hergestellt und immer mit Anis aromatisiert. Tsipouro und kretischer Raki werden dagegen aus Traubentrester gebrannt. Tsipouro kann dabei mit Anis aromatisiert sein – der kretische Raki jedoch nicht.

Hier die wichtigsten Fakten, die eine schnelle und kurze Antwort darauf geben sollen:

Ouzo

Die Spirituose wird im Allgemeinen aus Agraralkohol (Getreide, Zuckerrübenmelasse, Kartoffeln – jedoch nicht aus Tresterbrand) destilliert und muss immer mit Anis aromatisiert werden.

Ouzo gehört somit zur Gruppe der Anisée, der Spirituosen und Liköre mit Anisaroma. Dazu zählen auch der französische Pastis, der italienische Sambuca, der spanische Anisados, der arabische Arak sowie insbesondere der türkische Raki.

Hier mehr über Ouzo in meinem Beitrag erfahren: Was ist Ouzo?

Tsipouro

Tsipouro wird immer aus Trester (Pressrückstände bei der Weinherstellung) destilliert und kann mit Anis aromatisiert werden. Die Betonung liegt auf kann!

In einigen Regionen Griechenlands ist diese Anisvariante des Tsipouro sehr beliebt. Ich finde, das ist Geschmackssache! Klar, für manche ist es eher eine Glaubensfrage. Aber beide Tsipouro-Varianten – mit oder ohne Anis – werden immer aus den Tresterrückständen des Weines gebrannt. Das ist ein Muss!

Und was ist nun Raki oder Tsikoudia aus Kreta?

Der kretische Raki, auch Tsikoudia genannt, ist eine regionale Variante des Tresterbrandes und damit direkt mit dem Tsipouro verwandt.

Im Gegensatz zum türkischen Raki enthält der kretische Raki jedoch keinen Anis. Also nicht verwechseln – es sind zwei verschiedene Schnäpse!

Und auch interessant: Tsipouro ohne Anisgeschmack und kretischer Raki beziehungsweise Tsikoudia sind geschmacklich mit dem italienischen Grappa vergleichbar.

Also quasi die Cousins vom Grappa!

Unterschied zwischen Ouzo, Tsipouro und Raki im Überblick

Auch wenn Ouzo, Tsipouro und Raki auf den ersten Blick ähnlich wirken, gibt es doch einige deutliche Unterschiede.

Ouzo wird in der Regel aus Agraralkohol hergestellt und anschließend mit Anis aromatisiert. Dieser Anisgeschmack ist sogar Pflicht – ohne Anis darf sich eine Spirituose nicht Ouzo nennen. Produziert wird Ouzo in ganz Griechenland und er gilt heute als das bekannteste griechische Nationalgetränk.

Tsipouro ist dagegen ein klassischer Tresterbrand. Das bedeutet, er wird aus den Pressrückständen der Weinherstellung destilliert. Je nach Region kann Tsipouro zusätzlich mit Anis aromatisiert sein – muss es aber nicht. Vor allem in Nordgriechenland findet man beide Varianten.

Der kretische Raki, auch Tsikoudia genannt, ist ebenfalls ein Tresterbrand und damit eng mit Tsipouro verwandt. Der wichtigste Unterschied: Kretischer Raki enthält traditionell keinen Anis und stammt hauptsächlich von der Insel Kreta.

Oder ganz einfach gesagt: Ouzo basiert auf neutralem Alkohol und Anis, während Tsipouro und Raki aus Traubentrester gebrannt werden. Tsipouro kann dabei Anis enthalten – Raki jedoch nicht.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Ouzo und Tsipouro?
Ouzo wird aus Agraralkohol hergestellt und enthält immer Anis. Tsipouro wird dagegen aus Traubentrester destilliert und kann je nach Region mit oder ohne Anis produziert werden.

Ist kretischer Raki das gleiche wie türkischer Raki?
Nein. Der kretische Raki (Tsikoudia) enthält keinen Anis und ist ein Tresterbrand. Türkischer Raki gehört dagegen zu den Anisspirituosen.

Eigentlich gar nicht so kompliziert: Ouzo, Tsipouro und kretischer Raki haben jeweils ihre eigene Geschichte und ihren eigenen Charakter.

Wer das einmal verstanden hat, schaut auf das nächste Glas vielleicht mit etwas anderen Augen.

Jamas!

Frank Steiniger

P.S. Und wie einen feinen Ouzo richtig genießen? Hier mehr dazu erfahren!